2019

Auf dieser Seite finden Sie Berichte und Bilder von den Aktivitäten des Kneipp-Vereins Münden im Jahr 2019.

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04.08.19

Ausflug zur Tillyschanze

Hann. Münden. Bei herrlichem Sommerwetter machte der Kneipp-Verein Münden am ersten Sonntag im August einen Ausflug zur Tillyschanze. Der Weg führte durch den schattigen Wald oberhalb von Neumünden. Von der Katerquelle aus ging es dann rund 400 Meter bergauf. Am Wegesrand grüßten verschiedene moderne Kunstwerke die Wanderer. Der Aufstieg gelang schnell und im Restaurant warteten bereits Kaffee und Kuchen oder wahlweise auch ein herzhaftes Gericht auf die eintreffenden Kneippianer.

Die Tillyschanze befindet sich auf der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Hessen. Alte Grenzsteine zeigen, dass diese Grenze schon über Jahrhunderte hier verlief. Der Aussichtsturm wurde zwischen 1881 und 1885 auf der niedersächsischen Seite erbaut und ist heute ein Wahrzeichen der Stadt Hann. Münden. Die Gaststätte, nur wenige Schritte vom Turm entfernt, befindet sich in Hessen. Wir blieben zunächst in Hessen und stärkten uns, bevor wir uns dann nach Niedersachsen begaben, um uns dort umzusehen. Wer wollte, konnte aber auch in Hessen bleiben und uns beim Umsehen zuschauen.

Rund um den Turm haben bereits nach seiner Errichtung diverse Altertümer eine neue Bleibe gefunden. Ein Wappenstein aus dem Jahr 1828 (lateinisch MDCCCXXVIII) trägt das großbritannisch-hannoverische Wappen von König Georg VI. Daneben an der Wand der Grabstein eines Mündener Schiffers vom ehemaligen Friedhof am Oberen Tor, der von 1582 bis 1849 bestand. Von dort stammen auch mehrere alte Urnen, die heute auf der Ringmauer und auf dem Boden stehen. In einer Nische der Außenmauer befindet sich die Büste einer Nonne. Sie erinnert an die legendäre Fürstin und Nonne Katharina, die der Sage nach in dunkler Nacht durch das „Katharinenläuten“ gerettet wurde.

Ein besonderes Erlebnis war die Turmbesteigung. Das Wetter war ideal, die Aussicht auch. Eine enge Steintreppe führte aufwärts, immer im Kreis. Die erste Etappe war das Eberlein-Museum im oberen Turmzimmer. Es beherbergt unter anderem ein historisches Gipsrelief des Künstlers, das die Verteidigung der Stadt Münden im Dreißigjährigen Krieg gegen Feldmarschall Tilly zeigt. Daneben steht ein stattlicher gusseiserner Ofen aus dem Jahr 1567. Eine Reihe Tafeln an den Wänden erinnern an Gustav Eberlein (1847-1926) aus Spiekershausen, der in Hann. Münden aufwuchs, hier lebte und wirkte und später der Stadt stets verbunden blieb.

Dann ging es weiter hinauf. Von der Plattform über dem Turmzimmer konnte man bereits einen ersten Blick auf die Mündener Altstadt werfen. Doch es wurde noch besser. Einige Treppenstufen weiter im Kreis, dann war man ganz oben. Vom Turm herab schweifte der Blick weit über die Fachwerkhäuser, das Welfenschloss, das historische Rathaus, die Türme und Kirchen der Stadt und den Wald, der sie umgibt. Ein Flussschiff kehr gerade zurück. Wie ein Modellbausatz lag alles im Sonnenlicht zum Greifen nah. Erinnerungsfotos mit Postkartenmotiven. Schließlich stiegen wir wieder hinab.

Zurück in Hessen gab es noch allerhand zu erzählen. Denen, die dageblieben waren, sowie untereinander, dazu ein kühles Getränk. Dann der Rückweg. Der Abstieg führte an unserer Kneipp-Bank unterhalb der Anlage vorbei wiederum durch den sommerlich duftenden Wald. Ein letzter Blick hinauf zur Tillyschanze hielt die schönen Erinnerungen des Tages noch lange wach.

 

  

  

© Fotos: Kneipp-Verein Münden

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14.07.19

Kneipp, Smoveys und Zirkus beim Open-Air-Festival

Hann. Münden. Wassertreten geht auch im Regen. Das ist kein Scherz. Beim Open-Air-Festival „Rock for Tolerance“ am 13. Juli auf dem Tanzwerder war der Kneipp-Verein Münden mit einem Info- und Aktionsstand sowie einem Angebot des MitmachZirkus (kurz „MiZi“) für Kinder beteiligt. Eine umfangreiche Regenfront sorgte allerdings am Nachmittag für viel Feuchtigkeit. Davon ließen wir uns aber nicht abschrecken. Kein Kneippianer fürchtet das Wasser, auch nicht von oben. Drumherum gab es neben dem Rock-Konzert noch verschiedene Angebote für das leibliche Wohl sowie andere Aktivitäten zum Zuschauen und Mitmachen, zum Beispiel die Ausstellungsstände sozialer und kultureller Projekte, Malen und Basteln für die Kinder oder Kistenklettern bei der Feuerwehr.

An unserem Stand gab es vielfältige Ratschläge für ein gesundes Leben. Trotz des Regenwetters kamen immer wieder Besucher, die sich über Möglichkeiten, sich nach der Kneippschen Lehre gesund zu halten, ebenso wie über die Angebote unseres Vereins informierten. Wer wollte, konnte mal die Smoveys (Schwingringe) ausprobieren oder sich das Nordic Walking mit der richtigen Verwendung der Sticks erklären lassen. Infomaterial und Kneipp-Journale gab es reichlich. Sogar unsere „mobile Wassertretanlage“ – mehrere mit Wasser gefüllte Schüsseln vor unserem Stand – konnten wir für die Presse zum Einsatz bringen. Gesund ist Wassertreten sogar bei Regen, aber eben alles in Maßen.

Auch das Kinderprogramm „Zirkus zum Ausprobieren“ des MiZi war insgesamt überraschend gut besucht. Unsere Zirkusarena verlegten wir wegen des Wetters kurzer Hand in das Ausstellungszelt. Dort wurde es zwar etwas eng, da auch noch andere Anbieter vor dem Regen dorthin flüchteten, doch für Zirkuskunststücke reichte es aus. In unserem Kneipp-Infopavillon boten wir unsererseits dem Projekt „DenkmalKunst – KunstDenkmal“ (Kunstfestival in historischen Gebäuden der Altstadt) Unterschlupf vor dem Regen. Das machten wir gern, denn es ist eine tolle Initiative. Unsere neue MiZi-Trainerin Katharina und die Helfer hatten beim Zirkusangebot die meiste Zeit gut zu tun. Gegen Ende wurde es hier sogar noch einmal richtig voll.

Beim Arbeiten mit den verschiedenen Zirkusgeräten waren sogar richtige Talente zu entdecken. Wie da einige Nachwuchsartisten (die das zum ersten Mal machten!) nach etwas Üben schließlich sogar auf den Laufkugeln Ringe in der Luft jonglierten, über ein Seil sprangen und andere Akrobatik vollführten, das war schon mehr als beeindruckend. Eltern halfen mit und waren auch ein tolles Publikum. Die geplante Vorführung vor der Bühne fiel leider durch den Regen buchstäblich ins Wasser. Wir würden uns aber sehr freuen, wenn der eine oder andere Schnuppergast uns nach dem Festival auch mal im Ferienprogramm des MiZi besuchen würde.

Wir verabschiedeten uns mit den meisten anderen Anbietern am Abend, bis in die Nacht konnte allerdings beim Festival noch weiter gerockt werden. Ein herzliches Dankeschön an alle, die an dem Angebot des Kneipp-Vereins Münden mitgewirkt und beim Auf- und Abbau geholfen haben. Alles in allem war es eine tolle Sache und allem voran eine zeichensetzende Aktion für mehr Toleranz und ein besseres Miteinander. Das unterstützen wir gern und sagen Danke dafür, dass wir mit dabei sein durften.

  

  

© Fotos: Kneipp-Verein Münden

Zur Webseite von „Rock for Tolerance“ | Ausstellung 2019: Mitmachzirkus (MiZi)

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21.06.19

Gemeinsamer Besuch der Wirkungsstätten Sebastian Kneipps

Bad Wörishofen. Es war eine Fahrt, die eine Menge interessanter Eindrücke brachte. Die Reise nach Bad Wörishofen vom 10. bis 14. Juni wurde vom Kneipp-Verein Witzenhausen unter der Leitung von Ortrud Blum durchgeführt, an der Planung und Durchführung haben außerdem die Mündener Kneippianer Dieter Scheibe und Karl-Heinz Andrecht tatkräftig mitgewirkt. Es war eine angenehme Anreise mit einem fast neuen Reisebus. In den Pausen wurden wir immer wieder überrascht von vielfältigen Angeboten, so zum Beispiel mit Cappuccino (mit und ohne Amaretto), was sehr gerne angenommen wurde, oder – so unser Fahrer Bernd – das beliebte „Drei-Gänge-Menü“: Würstchen, Senf und Toast.

Wir waren so gegen 15.30 Uhr in Bad Wörishofen angekommen. Mit Kaffee und Keksen wurden wir im Kneipp-Zentrum sehr herzlich begrüßt. Danach folgte eine Führung durch das Haus und dann die Verteilung der Zimmer. Wir waren alle angenehm überrascht. Ein kleines Unwetter überraschte uns auch, allerdings nicht ganz so angenehm. Danach hieß es, frisch machen und uns für das Abendbrot fertig machen, das gegenüber im Hotel Sonnengarten stattfand.

Ein reichhaltiges Büffet sowie verschiedene Salate rundete das Ganze ab. Abends ging es nochmal auf eine kleine Entdeckungsreise durch den Josefsweg in den Ort, das Ganze unter fachkundiger Führung von Dieter Scheibe, der sich hier bestens auskannte. Alle, die mitgehen wollten, hatten sich bereits versammelt – aber da fehlte doch noch einer. Wir begannen zu suchen, die anderen marschierten bereits los. Nach einiger Zeit kam dann der Rest nach. Einige „verliefen“ sich noch in ein gemütliches Weinlokal, andere machten sich schon auf den Heimweg, denn es war ja ein langer Tag und man freute sich auf eine kleine Erfrischung im Tretbecken oder Armbecken, jeder nach seinen Wünschen.

Am nächsten Morgen – einige waren vorab schon zum Schwimmen – genossen wir das Frühstück. Das Wetter meinte es nicht ganz so gut mit uns, es war sehr durchwachsen, also festes Schuhwerk und Regenjacke an. Eine kleine Stadtrundfahrt stand an und anschließend ein zweistündiger Rundgang durch den Ort. Unsere Reiseleiterin hat uns viel erzählt und durch ihre Erfahrung alles sehr gut erläutert und ausführlich berichtet. Es war natürlich alles sehr interessant und neu für diejenigen, die zum ersten Mal in dieser Stadt waren.

Die Wirkungsstätten von Sebastian Kneipp, die verschiedenen Kirchen. Die katholische Kirche St. Justina war groß und schön hell. Dort erzählte unsere Reiseleiterin viel über Kneipp, sogar eine Nonne war anwesend und bestätigte die sehr guten Erklärungen über das Wirken von Kneipp. Danach ging es in die evangelische Erlöserkirche gegenüber, diese wurde gerade renoviert und war sehr dunkel. Sie wirkte irgendwie erdrückend. Lange hielten wir uns dort nicht auf. Weiter ging es zum Friedhof, wo Sebastian Kneipp nach seinem Tod im Jahr 1897 seine letzte Ruhe fand. Ein Mausoleum war dort für ihn errichtet worden, welches man sich jederzeit anschauen kann. Es war auch überwältigend, wie prachtvoll die Gräber auf diesem Friedhof ausgestattet sind.

Weiter führte uns der Weg zu den ersten Wirkungsstätten Sebastian Kneipps in der Stadt. Wir konnten diese dank unserer Reiseleiterin besichtigen, sie hatte zum Glück den Schlüssel dabei. Verschiedene alte Gegenstände, Gerätschaften und Bekleidung aus den Jahren der aktiven Tätigkeit Kneipps waren zu sehen. Das Museum hatte leider zu, der Besuch musste daher verschoben werden. Wer Lust hatte, konnte aber am nächsten Tag dort hingehen. Abends ließen wir es uns an dem sehr reichhaltigem Salatbüffet im Hotel gut gehen, und natürlich gehörte ein kleiner Abendspaziergang nach dem Essen auch dazu. Mit einem Armbad oder mit Wassertreten wurde der Tag beendet.

Am dritten Tag fuhren wir gegen 13.00 Uhr nach Stephansried, dem Geburtsort von Sebastian Kneipp.  Wir besuchten das Kneipp-Denkmal, mit einem steilen Aufstieg dorthin. Weiter ging es nach Ottobeuren mit der Besichtigung der dortigen Basilika. Wir waren alle total überrascht, überwältigt und begeistert von diesem eindrucksvollen Gebäude. Nachdem wir erstmal alles genossen haben, ging unser Abschluss zum Kaffeetrinken ins Gasthaus „Mohren“, wo leckerer Kuchen gereicht wurde. Dann ging es mit dem Bus über Land wieder zurück ins Hotel, sich frisch machen und wieder zum Abendbrot. Wie immer war es sehr lecker! Zur Verdauung des schmackhaften Essens und des Erlebten folgte noch ein etwas längerer Spaziergang. Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag.

Am vierten Tag wurden einige von uns schon um 4.15 Uhr geweckt zum Wadenwickel. Huh, war das kalt! Aber sehr gut, was man hinterher feststellen konnte. So ging es uns auch am Tag zuvor, wieder Weckzeit um 4.15 Uhr – diesmal Heublumensack. Auch sehr angenehm und man konnte sehr gut schlafen. Man musste aufpassen, dass man nicht das Frühstück verschlief. Dieser Donnerstag stand zur freien Verfügung. Manche hatten noch verschiedene Anwendungen, andere nutzten den Vormittag für einen Besuch im herrlichen Kurpark. Am Nachmittag ging es nochmals in die Stadt, um noch Kleinigkeiten zu erledigen: Eis essen, kleine Geschenke die Daheimgebliebenen besorgen, vielleicht auch eine Besichtigung des Kurhauses oder der Kuranlagen und so weiter. Für jeden war was dabei, einfach genießen!

Abends das letzte Mal viele schöne Eindrücke sammeln: leckere Salate essen, die Atmosphäre, die Gespräche, den Spaziergang… einfach wirklich alles! Wer Lust hatte, konnte sich noch an einem kleinen Umtrunk in der Stadt im Gasthof Rössle beteiligen. Etwa 25 Personen nahmen daran teil der Rest vergnügte sich auf andere Art und Weise. Dann Koffer packen, Wassertreten und schlafen.

Am nächsten Morgen waren tatsächlich alle schon rechtzeitig fertig und genossen nochmals das Frühstück, bis es dann nach herzlicher Verabschiedung los ging. Unsere Heimreise konnte beginnen. Bei schönstem Wetter verließen wir Bad Wörishofen und fuhren nach Schwäbisch Gemünd zur Weleda AG mit Besichtigung des großen Kräutergartens. Es gab eine Führung mit erstaunlichen Erläuterungen über verschiedene Blumen, Gräser und Kräuter. Die Führung dauerte ungefähr anderthalb Stunden und wir hatten an die 30 Grad draußen. Zum Abschluss konnte sich jeder im Verkaufsshop noch mit den Naturprodukten der Firma eindecken.

Am Bus konnten wir eine Erfrischung nach diesem langen Gang einnehmen und nochmals unser „Drei-Gänge-Menü“ oder Gulaschsuppe bestellen. Aber dann ging es wirklich auf die Autobahn Richtung Bad Hersfeld, wo noch ein gemeinsames Abendessen stattfand. Mit etwas Verspätung, leider sind wir noch in einen Stau geraten, kamen wir in Aua an. Dort wurden die ersten Mitreisenden verabschiedet, dann die aus Kassel und endlich waren auch wir am Ziel. Wir waren doch alle ganz schön geschafft. Wir verabschiedeten uns voneinander und mit einem Dankeschön an Ortud Blum ging es schließlich nach Hause. Wir wünschten allen eine gute Heimreise und bedankten uns bei unserem sehr netten und zuvorkommenden Busfahrer Bernd Dillinger. Ein großes DANKESCHÖN, es war eine gelungene Fahrt und hoffentlich sehen wir uns im Jubiläumsjahr 2021 (200. Geburtstag von Sebastian Kneipp) in Bad Wörishofen wieder.

  

  

© Fotos: Dieter Scheibe, Text: Helga Quentin

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29.05.19

Munteres Kneippen mit historischen Wassertropfen

Hann. Münden. „Lernt das Wasser richtig kennen, und es wird euch stets ein verlässlicher Freund sein“, lehrte Sebastian Kneipp (1821-1897) seinen Zeitgenossen vor 150 Jahren. Er selbst hat die heilende Wirkung des Wassers am eigenen Leib erfahren. Das Wasser war auch das herausragende Element beim Familienfest zur Eröffnung der Wassertretsaison, zu dem der Kneipp-Verein Münden am letzten Maiwochenende auf die Kneipp-Anlage im Park des Klinikums Hann. Münden eingeladen hatte. Das Wasser wurde allerdings nicht nur im Hinblick seine gesundheitsfördernden und -erhaltenden Eigenschaften betrachtet.

Es wurde diesmal auch historisch. Heide Schweinehagen von der Stadtführergilde präsentierte einen interessanten Abriss der Geschichte unserer wasserreichen Stadt Hann. Münden an den Flüssen Fulda, Werra und Weser. Viele Ereignisse der Vergangenheit waren auf die eine oder andere Weise vom Wasser bestimmt. Hier eine kurze Zusammenfassung einiger der historischen Wassertropfen in eigenen Worten.

Das aufmerksame Publikum erfuhr gleich zu Beginn des Vortrages, dass Wasser auch in früheren Zeiten schon in vielfältiger Weise besonders nützlich gewesen sei... so zum Beispiel, um Feuer zu löschen. Das hatte man früher durchaus häufiger nötig, denn die eindrucksvollen Fachwerkhäuser aus Holz und Lehm brannten leicht, und das meist lichterloh. So begab es sich immer wieder, dass die Bürger bei einem Brand in langen Menschenketten das Wasser aus den Flüssen herantransportieren mussten, um die Flammen zu bekämpfen. Als man die Schlepperei nach einigen Jahrhunderten leid war, holte man das Löschwasser kurzer Hand etwas näher zu den neuen Häusern. Der Feuerteich entstand. Heute ist dieser nur noch eine große Wiese und ein Parkplatz, der Name erinnert aber an die alte Funktion.

In einer Stadt an drei Flüssen kommt das Wasser gern mal zu Besuch in die Straßen und Häuser. Zeugnisse solcher Hochwasser sind in Form von Markierungen an Mauerkanten und Balken allenthalben in der Altstadt zu finden. Im Sommer 1342 gab es eine solche Sintflut, daran erinnert eine lateinische Inschrift an der St.-Blasius-Kirche, danach noch viele Male. So ein Hochwasser war damals nicht nur Wassertreten im Wohnzimmer. Bei den großen Überflutungen stand das Wasser durchaus mannshoch und noch höher in den Straßen. Venedig lässt grüßen. Es spülte eine Menge hinweg: Häuser, Tiere und Menschen. Besonders häufig kamen die Fluten im Frühjahr, wenn das Wasser nicht nur nass, sondern auch noch übel kalt war. Solch eine Flut war jedes Mal ein Disaster, aber die Menschen lernten damit umzugehen.

Im Dreißigjährigen Krieg belagerte der bekannte und gefürchtete Feldherr Tilly (1559-1632) unsere schöne Stadt. Leider fiel er dabei nicht ins Wasser, sondern stattdessen in die Stadt ein, veranstaltete dort ein Blutbad („Blutpfingsten“ 1626) und raubte mit seinen Söldnern alles, was nicht niet- und nagelfest war. Den drei Flüssen war das aber egal. Sie flossen ruhig weiter, das war auch gut so. Dank des sogenannten Stapelrechts, eines Privilegs aus dem hohen Mittelalter (verliehen im Jahr 1247, aufgehoben erst 1823), kam die Stadt nach Tillys Räuberei zum Glück recht schnell wieder auf die Beine. Die Flüsse, welche damals noch die Haupttransportwege des Fernhandels waren, halfen dabei.

Dank des Stapelrechts mussten fast 600 Jahre lang alle die Stadt passierenden Händler ihre Waren dort drei Tage feilbieten. Es kamen damals viele vorbei und deren Waren stapelten sich an den Schlagden und auf dem Marktplatz. Außerdem durften die Handelsgüter nur durch die Spediteure der Stadt weitertransportiert werden. Das war ein hübscher Reibach für die Mündener Kaufleute, die kräftig durch ihr Privileg verdienten. Das Wasser, auf dem sie die Waren beförderten, war ihnen bei ihren Geschäften meist ein guter Freund.

Anders als Tilly fielen Jahr aus Jahr ein durchaus immer wieder Leute ins Wasser. Das war leicht möglich, denn die Ufer und Schlagden waren nicht gesichert. Besonders im Sommer begab man sich auch gern freiwillig hinein, um im kühlen Nass zu baden und sich zu erfrischen. Das war lange recht unspektakulär, bis man es geordnet anging. Eine erste Flussbadeanstalt entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese war jedoch zunächst nur den Männern vorbehalten. Durch eifrige Überzeugungsarbeit in Sachen Gleichberechtigung bekamen schließlich auch die Frauen in unserer Stadt, was ihnen zustand. Ab 1904 durften sie in einer eigenen Flussbadeanstalt für Damen baden. Heute ist das Baden für Frauen und Männer eine Selbstverständlichkeit, und das sogar gemeinsam.

Damit wären wir zurück bei der nützlichen Anwendung des Wassers. Von solchen Wasseranwendungen gibt es eine Menge und die meisten sind gesund, wenn man es richtig macht. Das weiß seit Kneipp inzwischen wohl fast jeder. Im Wassertretbecken der Kneipp-Anlage konnten es die Festbesucher selbst ausprobieren. Immer schön einen Fuß aus dem Wasser heben und wieder absetzen, so wirken die Kältereize am besten. Ein Schild am Becken informiert über die Anwendung. Eine Alternative zum Wassertreten ist das Armtauchen, das belebend wirkt und den Kreislauf anregt. „Das ist die Tasse Kaffee des Kneippianers“, erklärte der Ehrenvorsitzende Dieter Scheibe. Wer mochte, konnte auch noch den Barfußpfad nutzen. Verschiedene Untergründe sorgen für stimulierende Reize an den Fußsohlen.

Einige Festteilnehmer warteten derweil bereits ungeduldig darauf, dass das Kuchenbüffet eröffnet wurde. Mehrere fleißige Kneippianer hatten für die Gäste Kuchen und Waffeln gebacken, die allenthalben viel Lob und regen Absatz fanden. Für die Kinder gab es auf der Wiese lustige Spiele, bei denen Bewegung und Konzentration im Mittelpunkt standen. Die Übungen bestanden aus Seilspringen, Akrobatik und Yoga, Tücher transportieren (mit den Füßen), Zielwerfen sowie Hula-Hoop-Reifen schwingen. Für die dabei erreichten Punkte konnten sich die Teilnehmer am Ende als Preise Leckereien und Bücher aussuchen. Das Wetter war die gesamt Zeit sonnig und warm, auch das trug zum Gelingen des Familienfestes bei. 

Die Kneipp-Anlage steht nun wieder allen gesundheitsbewussten Nutzern kostenfrei zur Verfügung, die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Viel Freunde und Gesundheit beim Kneippen!

© Fotos: Kneipp-Verein Münden

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19.05.19

Sebastian-Kneipp-Tag im Mehrgenerationenhaus

Hann. Münden. Anlässlich des diesjährigen Sebastian-Kneipp-Tages lud der Kneipp-Verein Münden gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH) der Stadt Hann. Münden am 17. Mai in das MGH ein, um dort eine bunte Palette an Aktivitäten und Informationen für ein gesundes Leben zu präsentieren. Der Tag war der 198. Geburtstag von Sebastian Kneipp, der am 17. Mai 1821 im oberschwäbischen Stephansried bei Ottobeuren geboren wurde. Innerhalb der Kneipp-Organisation wird dieser Tag inzwischen traditionell als Aktionstag für die Gesundheitsförderung begangen. Die Gesundheit war daher auch das zentrale Thema der Veranstaltung. Ein Bombeneinsatz im benachbarten Amtsgericht am Vormittag, der sich zum Glück als Fehlalarm herausstellte (siehe hierzu den Bericht der HNA), drückte allerdings spürbar die Zahl der Besucher.

„Wissen, was gesund hält“ – so lautet das vom Kneipp-Bund ausgegebene Jahresmotto für das Jahr 2019. Damit soll die Gesundheitskompetenz noch stärker in unser Blickfeld gerückt werden. Jeder ist für seine Gesundheit verantwortlich, und diese Verantwortung muss von jedem Einzelnen kontinuierlich wahrgenommen werden. Die Wahrnehmung erfolgt im ersten Schritt durch das Erkennen – Was kann und was muss ich für meine Gesundheit tun? – und im zweiten Schritt dann durch das Tun. Das eigene Handeln kann sich auf die eigene Gesundheit, aber auch auf gesunde Rahmenbedingungen innerhalb des sozialen Umfelds positiv auswirken. Die Zusammenhänge sind vielschichtig und deshalb nicht immer leicht zu durchschauen.

Ein gesundes Leben sorgt im Ergebnis für ein höheres Maß an Lebensqualität, und sogar ein „gesunder“ bzw. natürlicher Umgang mit Krankheit kann die Lebensqualität spürbar verbessern. Ein recht bekanntes Zitat von Sebastian Kneipp lautet: „Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“ Kneipp wies zu Lebzeiten seine Patienten immer wieder darauf hin. Ein gesundes Leben ist dabei keineswegs unangenehm und belastend in der Durchführung, wie zum Beispiel das Auskurieren einer Grippe. Im Gegenteil: Es kann durchaus sehr viel Freude bereiten, etwas für sich und seine Gesundheit zu tun. Das Ganze muss auch nicht viel kosten. Bei der Geburtstagsfeier für Sebastian Kneipp im MGH wurden einige praktische Beispiele dafür präsentiert.

Das MGH war hierzu thematisch ein sehr passender Veranstaltungsort. Das Miteinander der Generationen unter einem Dach, das im Haus gelebt wird, wo es heißt „Wir sind Mehr!Generationenhaus“ (und zwar mit einem dicken Ausrufungszeichen hinter dem „Mehr“), passt geradezu ideal zu dem Thema Gesundheit und zu dem, was der Kneipp-Verein Münden in seiner Vereinsarbeit verkörpert. Der Wunsch, gesund zu sein und gesund zu leben, bringt wie von selbst die Generationen zusammen. Jeder möchte gern gesund sein, ganz egal, ob Jung oder Alt. Und jeder muss etwas dafür tun, um die eigene Gesundheit zu erhalten und zu fördern.

Mit den Inhalten seines Programms ging der Kneipp-Verein aber noch einen Schritt weiter: Gesundheitskompetenz ist nicht nur generationenübergreifend, sie ist zugleich auch kulturverbindend. Wir können von den oftmals als „fremd“ wahrgenommenen Nachbarn, die aus ihren Kulturen unter anderem auch ihre eigenen Erfahrungen für ein gesundes Leben mitbringen, durchaus allerhand lernen und auf diese Weise das Miteinander nachhaltig verbessern.

Bei der Veranstaltung waren alle fünf Elemente des Kneippschen Gesundheitskonzepts – Wasser, Bewegung, gesunde Ernährung, Heilkräuter und innere Ordnung – in verschiedenen Programmpunkten und Aktivitäten im Angebot. Damit wollten die Veranstalter nicht nur informieren, sondern auch einladen, es einmal selbst auszuprobieren. Mitmachen war ausdrücklich erwünscht.

Zur Freunde der Veranstalter hatten sich auch verschiedene Gruppen, Vereine und Einrichtungen mit eigenen Aktivitäten in das Programm einbracht. Den Anfang machte die Seniorentanzgruppe des DRK Hemeln unter der Leitung von Karin Berndt, die gleich nach der Eröffnung zum Tanzen einlud. Am Nachmittag gab es für Kinder ein Bilderbuchkino mit dem Lesenetzwerk im Mündener Kulturring unter der Leitung von Christa Tischmeier. Das Näh-Café und der Bürgertreff riefen beim orientalischen Tanzkreis unter der Leitung von Bettina Sangerhausen und Ursel Busch interkulturell zum Mitmachen auf. Der Stadtjugendring um Martina Görtler versorgt die Aktiven und Gäste mit leckerem Kuchen sowie Kaffee und Tee.

Außerdem bot das Team des MGH um Projektkoordinatorin Elke Steden in der Cafeteria gesunde Gemüse-Smoothies zum kostenfreien Probieren an. Beim „Parcours der Sinne“ unter der Leitung von Helga Quentin konnte man sein Wissen über Küchenkräuter durch Nase, Mund und Augen auf Vordermann bringen. Im Innenhof lud das mobile Wassertretbecken des Kneipp-Bund Landesverbandes Niedersachsen-Bremen zum Wassertreten ein. Groß und Klein machten davon regen Gebrauch.

Weitere Programmpunkte waren unter anderem der muntere Spielekreis „Spielend fit im Kopf“ für Senioren unter der Leitung von Erika „Peggy“ Bornmann sowie Spiele für Kinder aus den diesjährigen Kneipp-Ratgebern „Allzeit fit zu Fuß“ und „Alte Spiele neu entdecken“ mit dem Team des MitmachZirkus (kurz „MiZi“). Dieser lud im Anschluss mit seinen Zirkusgeräten zum Ausprobieren ein. In einer großen Kinder-Zirkus-Show zeigten die MiZi-Akteure den anwesenden Eltern und Gästen schließlich ihr Können, und das konnte sich sehen lassen. Für die ältere Generation gab es derweil nacheinander je einen Schnupperkurs für Yoga und für Qigong, die beide unter der Leitung von SKA-Yogalehrerin und Qigong-Übungsleiterin Iris König stattfanden.

Viele fleißige Hände und fröhliche Gesichter sorgten für ein gesundes Programm. Ein riesengroßes Dankeschön gilt allen, die vor und hinter den Kulissen bei diesem Fest mitwirkten!

© Fotos: Kneipp-Verein Münden

Plakat (Download PDF) | Zeitplan (Download PDF) | Zur Webseite des MGH Hann. Münden

Beitrag in der Rückschau des MitmachZirkus

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12.04.19

Sonniger Auftakt für das Erlebniswandern

Hann. Münden. Mit einer Wanderung längs des Staufenbergs zum Schalenstein oberhalb der Ortschaft Wiershausen eröffnete der Kneipp-Verein Münden die diesjährige Wandersaison. Geleitet wurde die Tour von SKA-Wanderleiterin Manuela Wegener, die unlängst auf eigenen Wunsch die neue Vereinssparte Erlebniswandern ins Leben rief. Der Auftakt ist ein Heimspiel. „Hier kenne ich mich gut aus“, meinte die Wiershäuserin, die rund um ihren Heimatort bereits alle Wanderwege erkundet hat.

Zusammen mit Wegener begaben sich eine muntere Gruppe von Kneipp-Mitgliedern und ein Gast auf die Strecke. Das sich Vorstellen ging schnell von statten. „Übrigens, unter Wanderern sind wir alle per Du“, ließ die Wanderleiterin wissen. Na klar, so ist der Umgang miteinander am einfachsten. Jeder der mitkommt ist ein Freund, und Wanderfreunde sind bekanntlich gute Freunde.

Im vergangenen Jahr hat Wegener aus Interesse an der Sache eine Ausbildung zur Wanderleiterin an der Sebastian-Kneipp-Akademie (SKA) in Bad Wörishofen abgeschlossen und, weil es sich anbot, gleich noch eine Zusatzschulung für Erlebniswandern hinzugefügt. Es macht ihr sichtlich Freude, mit dem Rucksack durch die Natur zu wandern. Jeder Blick ist ein Erlebnis.

Die ersten Schritte führten bergan, bergan und weiter bergan. Das frühlingshafte Wetter war herrlich, ebenso die Aussicht über das ehemalige Leineweberdorf Wiershausen und die umliegenden Wälder. Zunächst ging es vom Sporthaus im Beckerweg einen Feldweg hinauf zum Fuße des Staufenbergs. Am dortigen Grillplatz wurde eine erste Rast eingelegt. Zuerst war Verschnaufen angesagt, dann ein kleines Spiel für den Kopf. Anhand von verteilten Karten mussten Sprichwörter erraten werden, da war gutes Wissen gefragt.

Gleich neben dem Grillplatz lockte ein Barfußpfad der Jugendfeuerwehr, doch keiner der Wanderer mochte sich von seinem Schuhwerk trennen. Dass es unlängst aber einige mutige Barfußgänger hier gab, zeigten mehrere noch frische Fußspuren im Sand. Kleine Spuren waren es, vermutlich von Kindern. Sie hatten gewiss ihren Spaß. Die Wanderer zogen weiter in den gerade zu neuem Grün erwachenden Wald.

Riesige Holzstapel am Wegesrand, windschiefe Bäume und großflächige Lichtungen mit aufgereihtem Geästdeuteten darauf hin, dass hier vor gar nicht langer Zeit Naturgewaltet gewütet haben. Die Schäden der letzten großen Stürme sind deutlich zu sehen. Es wird lange dauern, bis sich der Wald davon erholt hat. Und wer weiß, was noch kommt...? Ein umgestürzter Baumstamm längs des Weges diente als Bank für die nächste kleine Pause. Rucksackverpflegung war angesagt.

Die letzte Etappe führt buchstäblich über Stock und Stein, zum Glück aber nicht weit. Das Ziel waren der Schalenstein und die Hügelgräber, historische Überreste aus der Bronzezeit. Auch hier gab es nochmal eine Rast und ein kleines Spielchen. Manuela Wegener lud die Wanderfreunde zu einer „Wortkette“ ein. Als Wunsch für die Frühlingszeit musste jeder Spieler ein Wort nennen, das mit dem letzten Buchstabe des vorherigen Wortes begann. Das war gar nicht so einfach, denn irgendwie scheint die deutsche Sprache immer mit denselben Buchstaben zu enden.

Auf dem Rückweg grüßte am Wegesrand noch eine Gruppe frei laufender Ziegen. „Na, war‘s schön hier?“, mochten sie die Wanderer wohl gefragt haben. „Aber klar!“, wäre gewiss von allen die Antwort gewesen. Die munteren Tiere bekamen noch etwas Gras für die nette Begrüßung. Dann war man auch schon wieder am Sporthaus angekommen, wo die Tour vor wenigen Stunden begann. Die Sonne lächelte noch immer warm vom Himmel, die Wanderer lächelten bei ihrer Rückkehr auch.

Die nächsten Wandertermine stehen schon fest: Am 4. Mai geht es vom Jagdhause Heede zur Weserliedanlage und am 8. Juni von Lippoldshausen zum Römerlager bei Hedemünden. Weitere Termine folgen. Zum Erlebniswandern des Kneipp-Vereins Münden sind Mitwanderer herzlich eingeladen, auch Schnuppergäste sind willkommen. Infos gibt es im Kneipp-Büro, in Kürze hier auf unserer Webseite und in der Presse.

© Fotos: Kneipp-Verein Münden

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05.03.19

Rückblick mit Ausblick und vielfältigem Dank

Hann. Münden. Auf der Jahreshauptversammlung des Kneipp-Vereins Münden am 1. März im Mehrgenerationenhaus wurden Vorstand und Beirat neu gewählt. 61 Mitglieder und Gäste waren gekommen, das ist beachtlich. Der erfreuliche Zuspruch mag gewiss auch etwas mit dem Programm zu tun gehabt haben. Die Veranstaltung war ein Dankeschön in vielfältiger Hinsicht.

„Lang, lang ist es her“, so begann der Vorsitzende Dieter Scheibe seinen Rückblick auf zwanzig bewegte Jahre an der Spitze des Kneipp-Vereins Münden. Dies war sein letzter Bericht in der Funktion des Vorsitzenden, für die neue Wahlperiode kandidierte er auf eigenen Wunsch nicht mehr. Seine Nachfolge aus den Vorstandsreihen war aber gesichert, so fiel der Abschied aus der Verantwortung nicht gar zu schwer. Gleich ganz aus gar dem Vereinsleben wollte er sich auch nicht zurückziehen. „Die Geburtstagsbesuche mache ich gern weiter, wenn ihr das wollt“, bot Scheibe an. Alle wollten es... natürlich! Seine herzliche Art ist allenthalben beliebt, keiner möchte das missen. Seine Erfahrung gibt Scheibe ebenfalls mit Freude weiter, wann immer das erforderlich ist.

Scheibes Rückblick reihte große und kleine Ereignisse aneinander, so zum Beispiel die Umstellung der Beiträge von D-Mark auf Euro, neue Technologien mit großen Herausforderungen und mehrmalige Umzüge der Geschäftsstelle. Neue Kurse kamen und gingen, der Trend in den Vereinsangeboten ging kontinuierlich bergauf und die Angebote werden nach wie vor gut angenommen. Hinzu kommen Fahrten und Reisen, die noch immer eine besondere Bereicherung des Vereinslebens darstellen. „Wir sind in alle Himmelsrichtungen schon gereist“, so Scheibe. Mehr als vierzig Reisen waren es bisher. Ein besonderer Dank dafür gilt dem Organisationswart Karl-Heinz Andrecht, ein langjähriger Weggefährte im Verein.

Für sein vielfältiges Engagement in den zwanzig Amtsjahren als Vorsitzender wurde Dieter Scheibe von der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ihm wurde zudem in Anerkennung für seine Arbeit das Verbandsabzeichen in Gold vom Präsidenten des Kneipp-Bundes Klaus Holetschek verliehen, Abzeichen und Urkunde wurden stellvertretend von Karl-Heinz Andrecht überreicht. Der MitmachZirkus, die Kinder und Jugendgruppe des Vereins, die vor sechs Jahren durch Scheibes Zuspruch aufgenommen wurde, bedankte sich bei ihm mit einer kleinen aber exquisiten Zirkusshow. Zum Abschluss der Show schenke ihm jedes Kind eine Blume, ein Gruß und Dank der jungen Generation im Verein an den langjährigen Vorsitzenden.

Ein weiteres Verbandsabzeichen in Gold für 40-jährige Treue zum Verein erhielt die Ehrenvorsitzende Gudrun Rodewald, die vor Scheibe zwanzig Jahre den Verein leitete. Je eine Bronzene Ehrenadel mit Urkunde für zehnjährige Mitgliedschaft ging an Brigitte Achtermeier, Annaluise Bielefeld, Heide Finkeldey, Dominik und Michaela Fränzel, Ferdinand Grill, Maria Härtl, Ilse Hermann, Falk und Anja Loose, Hans-Joachim und Hildegard Pufke, Angelika Schnegelsberg und Gerd Surup. Bei den Engagierten im Vorstand, im Beirat und im Kneipp-Büro bedankte sich Scheibe im Namen des Vorstandes mit einem „gesunden“ Geschenk. Sie alle haben es sich redlich verdient.

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Karsten Rohlfs (bisher Stellvertreter), stellvertretende Vorsitzende Helga Quentin, stellvertretender Vorsitzender Karl-Heinz Göbel (neu im Vorstand), Schatzmeisterin Iris König und Schriftführerin Renate Loose. Dem Beirat gehören an: Karl-Heinz Andrecht, Fritz Cauers, Ute Diek, Stefan Heide, Marlies Kaps, Rita Kraft, Gudrun Surup und Alena Wieland. Kassenprüfer sind Helga Schmuck und Falk Loose.

Die Berichte der Spartenleiter zeichneten ein durchweg erfreuliches Bild der Vereinsarbeit. Folgende Kurse und Gruppen waren 2018 im Kneipp-Verein Münden aktiv: Aqua-Gymnastik (Leitung: Renate Loose), Nordic Walking (Iris König, Dieter Scheibe), Fit in den Tag (Jürgen Becker), Fit durch Gymnastik (Sonja Sasse), Radfahren (Hilmar Kirschhöfer), MitmachZirkus (Irina Daubert, Karsten Rohlfs), Sport mit Flüchtlingen (Karsten Rohlfs), Heilfasten und Atementspannung (Jutta Surup-Witte), Yoga am Montag (Iris König), Yoga am Donnerstag (Gunda Görtelmeyer), Qigong (Iris König), Spielend fit im Kopf (Erika „Peggy“ Bornmann) und Seniorenberatung (Gudrun Surup). Um das Funktionstraining kümmern sich Ute Diek und Marlies Kaps. Seit letztem Jahr gibt es außerdem das neue Vereisangebot Erlebniswandern mit SKA-Wanderleiterin Manuela Wegener. Für den Pilates-Kurs wird eine neue Leitung gesucht.

Der bisherige Leiter der Radfahrsparte Hilmar Kirschhöfer wurde für sein Engagement um das Radfahren im Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Er radelt mit Freude weiter, nun aber auf eigenen Wunsch in der zweiten Reihe. Neue Spartenleiter sind Gunnar Gäth und Inge Sander.

Zu guter Letzt eine weitere Erfolgsmeldung. Mit den Mitgliederzahlen des Kneipp-Vereins Münden ging es auch in 2018 weiter bergauf. Insgesamt 54 Zugängen stehen nur 16 Abgänge gegenüber. Auch das ist beachtlich. Es spricht für die Attraktivität der Angebote und die gute Arbeit des Vereins auf Grundlage der „Fünf Elemente“ des Kneippschen Gesundheitskonzepts. Na ja, und für die jüngere Generation ist es einfach nur „cool“ mitzumachen. So soll es auch bleiben.

Für das Jahr 2019 stehen bereits zahlreiche Termine auf dem Programm:

6.4. Eröffnung der Wandersaison.

3.5. Vortrag „Belastung für pflegende Angehörige“ von Gudrun Surup im Cafe „Zimt & Zucker“ an der Werrabrücke.

17.5. Sebastian-Kneipp-Tag 2019 im Mehrgenerationenhaus, Aktionstag für ein gesundes Leben mit Angeboten und Aktivitäten für Jung und Alt.

26.5. Eröffnung der Kneipp-Anlage im Klinikpark am Vogelsang, Familienfest für Mitglieder und Interessierte.

10.6. - 14.6. Fünf-Tages-Busreise zur Schnupperkur im Kneipp-Zentrum Bad Wörishofen mit dem Kneipp-Verein Witzenhausen.

13.7. Mitmachaktion des MiZi beim Open-Air-Konzert „Rock for Tolerance“ auf dem Tanzwerder.

15.7. Fahrt zu den Dom-Festspielen in Bad Hersfeld, Besuch der Komödie „Shakespeare in Love“.

21.7. Fahrt zu den Dom-Festspielen in Bad Gandersheim, Besuch des Schauspiels „Der Glöckner von Notre-Dame“.

20.9. - 24.9. Fünf-Tages-Busreise ins Salzburger Land nach St. Johann im Pongau.

4.10. - 6.10. Workshops und Vorführung des MiZi beim Kulturfestival „Denkmal!Kunst – KunstDenkmal!“.

27.10. - 3.11. Herbst-Wellness-Woche im Kneipp-Kurhotel Heikenberg in Bad Lauterberg.

8.12. Busfahrt zum Weihnachtsmarkt in Erfurt.

20.12. - 22.12. Integratives Hallenfußballturnier „6. Integrations-Cup“ in Zusammenarbeit mit der Türkisch-islamischen Gemeinde.

© Fotos: Felix Nolte, Karsten Rohlfs

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